Wasserpreiserhöhung

TrinkwasserAlle vier Jahre muss der Zweckverband eine Gebührenkalkulation vornehmen und überprüfen, ob die Gebührenhöhe noch sachgerecht ist. Für die nächste Kalkulationsperiode

ab November 2019 bis 2023 muss leider die Verbrauchsgebühr je 1000 Liter Wasser von netto 1,10 Euro auf netto 1,35 Euro erhöht werden. Auch der Preis der Beiträge, also der einmaligen Zahlungen steigen: bei der Grundstücksfläche von 0,80 Euro auf 1,30 Euro je Quadratmeter, bei der Geschoßfläche von 4,00 auf 5,50 Euro je Quadratmeter. Auch wenn sich die Mitglieder der Verbandsversammlung im Sinne ihrer Bürgerinnen und Bürger schwertaten, einer solchen Erhöhung zuzustimmen, so ist sie doch unumgänglich. Wir wollen im Folgenden ausführen, worauf die Gebührenerhöhung und auch die Beitragserhöhungen zurückzuführen sind:

Was kostenmäßig immer stärker zu Buche schlägt, sind die vermehrt auftretenden Rohrbrüche. Der Großteil des Wasserleitungsnetzes kommt in die Jahre, teilweise ist es schon zwischen 40 und 50 Jahre alt. Nun haben wir rund 150 Kilometer Hauptleitung und etwa 50 Kilometer Hausanschlussleitungen zu betreuen, so dass vielleicht nachvollziehbar ist, dass bei einem so großen Netz immer an der einen oder anderen Stelle etwas passieren kann bzw. Schäden auftreten. Nun werden zwar die Rohre bei entsprechenden Baumaßnahmen wie der Sanierung von Straßen gleich mit ausgewechselt, erneuert oder saniert, aber nicht überall kann oder wird der gesamte Strang ausgetauscht. WasserleitungZudem ist man nicht davor gefeit, dass es vereinzelt schon vor Ende der eigentlichen Lebensdauer der Rohre zu Materialermüdungen kommt oder dass Schrauben rosten, die eigentlich die Rohre zusammenhalten sollen. Leider ist auch nicht absehbar, wo und wann solche Schäden auftreten. In diesem Zusammenhang sind wir auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen: Wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt, beispielsweise Wasser im Straßenbereich austritt, melden Sie es bitte umgehend an die Störungsstelle 08745 968622. Denn je eher ein Rohrbruch entdeckt wird, desto geringer sind die Schäden an der Straße. Und in diesem Falle lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig. Danke für Ihre Mithilfe und Mitarbeit schon einmal vorab!

Vermehrte Schäden bedingen aber auch einen höheren Personalaufwand für die Betreuung des Netzes. Stark gestiegen sind vor allem die Materialkosten, was letztlich der guten Konjunktur geschuldet ist: Mitunter kommt es gar zu Engpässen und in solchen Zeiten steigen die Materialpreise.

Das sind und waren die Hauptgründe für die Erhöhung. Nun könnte man sich noch fragen, ob denn nicht die Gemeinde hier einen Zuschuss – sozusagen aus Steuergeldern – geben könnte, um die Gebühren nicht so stark ansteigen zu lassen. Das ist leider nicht möglich, weil es sich bei der Wasserversorgung um eine sogenannte kostenrechnende Einrichtung handelt. Das bedeutet, die Kosten, die entstehen, sind auf die Nutzer umzulegen und müssen durch die Gebühren und Beiträge wieder hereinkommen. In diesem Zusammenhang soll aber betont werden, dass der Zweckverband hier keinen „Gewinn“ machen darf. Wenn also nach dem Kalkulationszeitraum festgestellt werden sollte, dass man mehr Einnahmen hatte als Ausgaben zu verzeichnen waren, ist diese Überdeckung in der nächsten Kalkulationsperiode wieder auszugleichen, sprich gebührenmindernd zu berücksichtigen.

Der Zweckverband lässt übrigens die Kalkulation von einem Steuerberater durchführen, so dass hier eine objektive und neutrale Draufsicht und Berechnung gewährleistet ist.

Wir sind mit den neuen Preisen durchaus im Rahmen anderer Wasserversorger, aber es gibt natürlich auch Gemeinden, wo die Wasserpreise niedriger sind. Es wird dann manchmal gefragt, warum manch andere Gemeinde günstigere Gebühren anbieten kann. Das hängt immer vom einzelnen Fall ab, auch von den Gestehungskosten. Wenn das Netz relativ kompakt ist, beispielsweise sich auf größere Ortschaften konzentriert, sind die Leitungslängen je angeschlossenen Abnehmer kürzer als im Gebiet des Zweckverbandes: hier müssen aufgrund der zersplitterten Ortschaften lange Wege über Land verlegt werden, wie bereits erwähnt hat die Hauptleitung eine Länge von 150 Kilometer. Ein langes, ausgedehntes Leitungsnetz ist entsprechend anfälliger als ein kurzes, kompaktes. Zudem muss man auch das Alter der Leitungen, teilweise 40 Jahre und älter, berücksichtigen: Auch bei anderen Gemeinden wird irgendwann das Netz älter und damit anfälliger für Schäden. Dann werden auch dort die Kosten steigen.

Natürlich sind Gebührenerhöhungen nicht erfreulich. Aber vielleicht sollte man das auch einmal ins Verhältnis setzen: 1.000 Liter Wasser kosten beim Zweckverband künftig netto 1,35 Euro. Was kosten 1.000 Liter Wasser im Geschäft? Und von der Qualität her muss unser Wasser den Vergleich mit Mineralwasser aus der Werbung nicht scheuen! Wenn man von einem durchschnittlichen jährlichen Verbrauch von 35.000 Liter Wasser (oder 35 Kubikmeter Wasser) je Person ausgeht, macht die Gebührenerhöhung je Person etwa 8,75 Euro im Jahr aus, bei einer Familie mit zwei Kindern also insgesamt zusätzlich etwa 35 Euro jährlich oder monatlich 3 Euro. Sicher keine Kleinigkeit, aber dafür bekommt man auch ein hervorragendes Lebensmittel.

So bitten wir also noch einmal um Verständnis für die Gebührenerhöhung, aber die Versorgungssicherheit beim Wasser hat eben auch ihren Preis.

2019 Wasserpreiserhöhung.
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